Was ist Forderungsmanagement?

Durch Forderungsmanagement beugen Unternehmen Zahlungsausfällen vor und können zeitnah mit Maßnahmen reagieren, wenn ein Kunde nicht zahlt.

Was ist Forderungsmanagement?

Unter dem Begriff Forderungsmanagement werden Maßnahmen zusammengefasst, die Unternehmen vor Zahlungsausfällen absichern sollen. Das Forderungsmanagement gehört zum innerbetrieblichen Rechnungswesen, kann aber auch ausgelagert werden. Die Maßnahmen beginnen nicht erst dann, wenn es zu Zahlungsverzug oder Zahlungsausfall kommt, sondern bereits im Vorfeld. Man spricht auch von Debitorenmanagement.

Präventive Maßnahmen: Bonitätsprüfung, Kreditversicherung und Vertragsgestaltung

Effizientes Forderungsmanagement beginnt bereits mit der Bonitätsprüfung des Geschäftspartners oder Schuldners vor Vertragsabschluss. Dies ist vor allem bei großvolumigen Aufträgen und bei der Kreditvergabe unabdingbar.

Eine Kreditversicherung schützt das Unternehmen vor Zahlungsausfällen, die trotz Bonitätsprüfung eintreten können. Insbesondere bei einer gewissen Anzahl an großvolumigen Aufträgen ist es inzwischen üblich, eine Kreditversicherung bzw. Forderungsausfallversicherung abzuschließen.

Auch die Vertragsgestaltung trägt dazu bei, das Unternehmen vor Forderungsausfällen zu schützen. Eine Fälligkeitsklausel im Vertrag legt einen genauen Zahlungstermin oder ein bestimmtes Zahlungsziel fest. Bei Handelsverträgen ist dies beispielsweise die Zahlung des Kaufpreises nach Erhalt der Ware. Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen können bereits die Themen Mahnkosten und Inkassokosten beinhalten.

Zahlungsverzug durch den Kunden

Ein Zahlungsverzug tritt dann ein, wenn der Kunde die Rechnung am Tag der vereinbarten Zahlungsfrist nicht beglichen hat bzw. die vereinbarte Rate nicht gezahlt hat. Enthält die Rechnung keine explizite Zahlungsfrist, beträgt diese grundsätzlich 30 Tage. Bei Geschäftskunden ist ein Hinweis auf die 30-tägige Zahlungsfrist in der Rechnung nicht nötig; ist der Kunde jedoch ein Verbraucher, muss die Rechnung auf diese Frist hinweisen. Hat der Kunde 30 Tage nach Erhalt der Rechnung noch nicht gezahlt, tritt der Zahlungsverzug ein.

Mahnwesen im Forderungsmanagement

Zu den Aufgaben des Forderungsmanagements gehören unter anderem sämtliche Handlungen, die dazu führen sollen, die offenen Forderungen aus unbezahlten Rechnungen einzutreiben. Die Maßnahmen beginnen in der Regel mit einem Mahnschreiben nach Zahlungsverzug. Das Mahnschreiben muss den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und bestimmte Punkte enthalten wie beispielsweise die Rechnungsnummer, das Rechnungsdatum, die Höhe der offenen Forderung, das Fälligkeitsdatum und eine neue Zahlungsfrist.

Zahlt der Kunde weiterhin nicht, wird die Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens beim zuständigen Mahngericht beantragt. Es erfolgt zunächst ein gerichtlicher Mahnbescheid mit dem Ziel, die Vollstreckung der Geldforderung ohne Klageerhebung zu erreichen. Gelingt dies nicht, steht am Ende des gerichtlichen Mahnverfahrens der gerichtliche Vollstreckungsbescheid mit dem Vollstreckungstitel.

Forderungsmanagement: Inhouse oder Outsourcing?

Größere Unternehmen betreiben ihr Forderungsmanagement meist inhouse, für kleinere Unternehmen kann es auch sinnvoll sein, diesen Bereich einem Unternehmen zu überlassen, das sich auf das Eintreiben von Zahlungen spezialisiert hat. Das Outsourcing hat vor allem für kleinere Unternehmen oft Kostenvorteile.

Einfacheres Forderungsmanagement mit einer Kreditversicherung von Atradius

Eine Kreditversicherung von Atradius unterstützt Sie im Forderungsmanagement. Durch das Absichern gegen Forderungsausfälle stellt sie Ihre Liquidität sicher und erlaubt es Ihnen, mutiger neue Märkte und Geschäftsbereiche zu erschließen. Dabei richtet sich die Versicherungspolice ganz nach Ihren individuellen Wünschen sowie nach Branche und Größe Ihrer Firma. Grundsätzlich bietet Atradius folgende Produkte an:

  • Modula Kompakt – bis 10 Mio. Euro Umsatz
  • Modula Police – ab 10 Mio. Euro Umsaz
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